Das Mausoleum der Frauengesichter

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Mein Gesicht haben sie ausgestopft.

Die Hände verlogen verlegt, entrissen.

Mein Geschlecht, eine Trauerkarte,

Eine Einladung zur Verzerrung, der

Staub des Hustens, der starre Nacken,

Die Anstrengung, die entstellte Verweigerung.

 

Die lachenden Mädchen, die Entgeisterten.

Sie kennen den Geruch nicht und schwatzen.

Das sich in die Länge ziehende Schauspiel,

Die Aufdrängung, nie hat man ihnen gezeigt

Wie es wirklich geht. Man hat mich besudelt

Und entsorgt, nach mir verlangt, nie ganz, und

Mir den Rücken gekehrt.  Die entledigte Körpersprache.

 

Die Wirbelsäule stramm gezogen, die Brüste prall,

Das Gesicht, eine scheußliche Grimasse, der gepresste

Sog, die fiebernden Lungen, der stockende Brustkorb,

Wo soll man anfangen, der Mund geht auf und bleibt

Hängen, das triefende Elend, der Kopf geleert, sein

Leben konzentriert, er zielt auf sie ohne zu blinzeln.

 

Sie starrt in die toten Augen der Frauenbilder

Die er sammelt und verbreitet, die er abspielt

In seinem Hirn, zusammenpfercht um sich auszutoben,

Zu vertun, stillschweigend, zu vergreifen, auszuarten,

Der fettig tropfende Schwanz, der sich im Teufelskreis drehende

Zeiger, der alles rekonstruiert und die Wirklichkeit verpasst.

female grayscale photo facing upward
Photo by Catherine on Pexels.com

 

 

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