Ich trage so viele Geister in mir, dass ich meine Seele nicht mehr finde.
Du warst mir heilig, unantastbar. Die verweigerte Schuld umrahmte dich
In den grellsten Farben. Dein Gesicht verstoßen, und ich hörte dein Klagen.
Es prallte an all meine Ecken und Kanten. Wir haben uns etwas angetan.
Du möchtest dich in meinen Poren verewigen, dich selbst festnageln, du klebst.
Mein Finger zeigte dir die Richtung und du hast dich in die Irre geführt.
Schlichest dich an, von hinten, du bist das Messer, zuhören konntest du noch nie.
Du willst mich nicht in Ruhe lassen, klammerst dich an allem fest was Ohren hat.
Wie du immer alles verformen musst sodass du im Mittelpunkt stehst, das Scheinwerferlicht
Dir fast die Haut verbrennt. Davon lebst du, alle stehen in der Dunkelheit,
Schenken dir ihr Licht und du glühst völlig farblos auf dem schimmligen Podest.
Ich kann deinen Rahmen spüren. Der platzt aus allen Nähten. Du weißt mit dir selbst
Nichts anzufangen. Ziehst andere mit in dich selbst hinein, damit du aufblähst.
Es tut weh dir zuzusehen. Ich habe mich deiner Verstopfung entzogen und sehe dich an.

“Portrait of a Young Woman (probably Simonetta Vespucci)” by Sandro Botticelli (1445-1510)