Sie hat mir die Tür vor der Nase zugeknallt und sich nie erholt.

Sich die Faust vors Gesicht gehalten.

Das Bett der Augen zermalmt.

Konnte selbst nicht atmen, nicht existieren in der eigenen Trostlosigkeit.

 

Die gewalttätige, verletzte Frau, sie geht mit einem Buckel aus Verlusten

Durchs Leben, hat sich eingesperrt, und sich dem Leben entzogen.

Ich studiere ihre Gesichtszüge und weigere mich die Schlussfolgerung zu erahnen.

Die verlaufen quer, an ihr vorbei, sie nicht wahrnehmend, ihr Fleisch und Blut.

 

Das einst rosige Mädchenleben, das nie rosig war, nie leicht, stets verdorben und missbraucht.

Mit jedem Atemzug hat man sie sterben sehen, konnte nicht mehr um Hilfe flehen.

Das war eine Schwäche und der Körper hat es aufgenommen, das Unkraut das nie vergeht.

Einen Kettensägencharakter hat sie nie gehabt, sie tat sich selbst zu leid.

 

Man hat sie geprügelt und es ihr als Liebe verkauft, da glaubt sie nun dran.

Kann nicht mehr weg, aus ihr selbst raus, den Aschen des Mutterhasses,

Der Misogynie. Sie kann nicht entfliehen, in ihr spielt sich alles ab und sie kann nicht

Anders als hinsehen und lässt sich von einer Toten in den Magen treten weil sie denkt

Sie hat es verdient.

Jules_Lefèvre_Vittoria_Colonna

“Diva Vittoria Colonna” by Jules Lefebvre (1834-1912)

 

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