Ich schaue dir schleichend ins Gesicht

Und es ist so leer, es tut mir weh.

Alles hat sich entzogen, der Ausdruck hat versagt.

Die Doppeldeutigkeit mit wässrigem Hintergrund zerbröckelt in Stößen.

 

Du suchst ja gar nicht mehr nach dir.

Hast du wirklich alles schon verloren und bist kaum zwanzig?

Wer hat dich denn so von dir selbst abgebracht, weggeschoben,

Ins unmenschliche Unheil, in die Jugend-Depression?

 

Wer hat dir eingeredet du seist Fassade ohne Inhalt?

Wer hat dir versprochen, dass du den tagtäglichen Zuspruch brauchst

Von der ungeselligen Anonymität der Massen die dich nicht kennen und verurteilen zur

Eintägigen Schönheit?

 

Wer entartete dich zur Selbstmörderin?

Wer entwertete dich zur Ewig-Bedürftigen, zur Aussaugenden? Umherrennenden?

Wer schuf deinen Rahmen der Abhängigkeit?

Was erwartest du bloß von all diesen Peinigern die nichts von Zuneigung verstehen?

 

Du bist so mutterseelenallein. Ich lese es deinen Gesichtszügen ab.

Wie du unzufrieden alterst, schon, an dem Erwartungsdruck, der Ablieferung,

Der jugendlichen Umarbeitung, in Szene gesetzt, tränen-triefend, erschüttert,

Du kindliche Seele, verarmt, aneinandergereiht, deine tausend Gesichter, die verjährte Lebensfreude.

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“Woman with Red Hair” by Albert Herter (1871-1950)

 

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