Alt/kind | Jung/tod | Eifergeist | Ein Gedicht in Trümmern

lange standest du nicht vor dem Abgrund

hol mich

und schon warst du weg

und was weiß ich schon

vielleicht standest du dein ganzes Leben davor

und es hat dich zurückgezerrt

jetzt endlich

schlussendlich

*

stand ich da und du warst weg

das Loch war leer

in meinem Kopf sind die Bilder

in meinem Körper liegen meine Toten

erwachen meine Toten

alle meine Toten

die eigenartige Liebe

*

ich spüre deinen Sprung

wenn ich in meinem Bett liege

und alles bebt in der Stille

*

der Wind hat dich geholt

vor nichts hattest du mehr Angst

*

warst bereits tot

als ich gefrühstückt habe

*

irgendetwas hat nicht geschmeckt

*

dein Tod lag in der Luft

und trotzdem habe ich gedacht

uns passiert das nicht

hier wird alles gut

alles kriegen wir hin

unsere Mutter hat es mir gesagt

B r u d e r l e i c h n a m

ich bin doch die Schwester

*

dein Zimmer habe ich leer geräumt

geht das überhaupt?

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