Poetic Mental Healing | “In himmlischer Ruh” | Ein Gedicht

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Jetzt kommen wir der Sache näher,

Den schmerzenden Eingeweiden, dem Fest,

Das du so geliebt hast, die Lichter, das Feuerwerk,

Ein schwarzes Auto fuhr deinen Körper durch die Stadt,

Durch den Sonnenschein, den Verkehr der Lebenden,

Ich konnte es nicht glauben, der Aschenbecher,

Ich küsste dich von oben herab, aus dir entstehen jetzt Gedichte,

Aus dir und mir, unausgesprochen, todgeweiht, unerreichbar,

Durch die Straßen rasend, wie lagst du da, wie lagst du da,

Waren die Augen offen, fielst du vom Himmel,

Durcheinander, wie kalt war dir, wie weg warst du plötzlich,

Kommst nicht mehr nach Hause, liegst da, mitten in der Stadt,

Dein Tod liegt mitten in der Stadt, im Herzen, mittendrin,

Meinem, stichartig, ins Schwarze hinein, dein Gesicht,

Das tote Gesicht, entsorgt, besorgt, Augenbrauen hochgezogen,

Ich muss es schreiben, denn es ist wahr, tot bist du,

Ich muss mich heilen von den Bildern,

Heilen von dem Gefühl dass ich mit dir gesprungen bin,

In meinem Magen, aus dem Traum, aus der Wahrheit,

Hinab, da wo es brennt, da wo es verstrahlt,

Gerichtet, verbrannt, entflammt, beraubt,

Schläfst du jetzt, was tust du gerade, siehst du mich,

Stehst du vor mir und ich bin blind,

Im Leben, brauche alle Farben, ich hafte an dir,

Versuche nicht zu kleben, doch ich weiß

Wie glücklich du jetzt wärst und kannst es nicht mehr sein,

Oder ich sehe es bloß nicht, muss es spüren,

Der Raum der immer wieder die gleiche Musik spielt,

Eine halbe Stunde mit dir, eine halbe Stunde kostet,

Man muss dich vorbereiten, dein Zustand kann sich immer

Noch verschlechtern, das Mutterherz kracht die einzelnen Stufen

Herunter, die Decke die deine zermalmten Beine hält und verbirgt,

In himmlischer Ruh, schluck es runter, es ist passiert,

Die knackenden, zerknackten Knochen schreibe ich mir vom Leib,

Die fallende gefallene Stimme, Erkenntnis, es ist soweit,

Jetzt sterbe ich, das Leben endet im Leben bereits, todgeweiht,

Unerreichbar, die leicht geöffneten Augen, so hast du auch geschlafen,

Der rötliche Vollbart, der gesprengte verrückte Kiefer,

Wie kamst du auf, so wolltest du gehen, musstest du gehen,

Eine Rakete andersrum, die verklebten Wimpern, tot, nichts flattert,

Härte unter den weichen Kleidern, das Gesicht eines Kindes,

Alles abgeschlossen, Säugling, Kind, Kinder die wir waren,

Nimmst du mit ins Grab, die Arme und Hände so dahingelegt

So wie auch ich schlafe, kann ich nicht, muss ich,

Auferlegt, meine Hand in deiner, deine in meiner, wir fließen,

Die Musik rasselt, auf Wiederholung, das hätte dich so genervt,

Was war das für ein Raum in dem ich dir das letzte Mal begegnet bin,

Du doch nicht, nicht so, hier, mit mir, nein, bloß nicht,

Ich komm nicht von dir weg, da legt man dir einen Holzdeckel auf,

Die warten nicht lange, der Termin muss eingehalten werden

Und wir müssen die Treppe wieder hoch, ohne dich, zurücklassend.

Photo by Kamil Rybarski on Pexels.com

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