Laut und Leise | Ein Gedicht

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Unsere Seiten reißen ineinander

Verschlucke mich an dir

An mir selbst

Immer und immer wieder

Denke ich dass wir wissen wo es lang geht

Doch du stößt und jammerst und schweigst

Und ich knabbere an den Rändern entlang

Und denke und zerbreche und laufe weg

Und du schließt wieder die Augen und

Fängst irgendwann an zu schreien

Und hoffst dass ich stolpere und zurückkomme.

Immer wieder fragen wir uns wer wir sind

Und ob wir uns überhaupt verstehen und verständigen können,

Du klammerst dich an meinen Rippen fest

Und versuchst zu saugen und zu ziehen

Zu verfälschen, zu sprechen und kotzt

Und siehst mich an und verlangst etwas

Ohne etwas auszudrücken

Ein eingefrorener Säugling

Zerrend, verkrampft, unbehaglich, die Frau

Die du versuchst zu sein

Wie wir versuchen uns in Seiten einzubetten

Zu entstellen damit es passt

Schritt für Schritt, Wort für Wort

Scheitern wir und klingen falsch

Und bewaffnet

Kopf bis Fuß, stumpf und entstellt,

Hat es nicht schon längst aufgehört zu funken

Was machen wir uns hier noch vor

Eine Wahnvorstellung war’s

Eine Zwiegestalt

Im Nebel, notgedrungen, notvereint,

Entwässert, lahmgelegt, tiefgefroren,

Verdorben, lungernd in unseren Hälsern,

Die entlockte, verfahrene Sprache,

Das Unheil in den Stimmbändern,

Die Seiten die schneiden

Ins Fleisch hinein, Haut an Haut,

Weg, ab, lauf und atme,

Ich schreie im Innern und will unsere

Körper schütteln und neu formulieren

Zermalmen, vielleicht, stürmen und abtrennen.

Photo by cottonbro on Pexels.com

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