Kindheitsformel: Ein Gedicht

Scroll down to content

Kindheit, in so wenigen Worten

Wie nur möglich.

Undenkbar.

Keiner hat es verstanden.

Man hat sie vertrieben.

Man hat sie wortlos geliebt.

In sich herein gedrängt.

Bis sie sich an sich selbst verschluckte.

Dem verstorbenen Parfüm.

Des Mutterhalses.

Die Faust in Vaters Mund.

Zwischen den Lippen.

Zerrissen.

Verbissen.

Hat sich im Schrank vergraben.

Der Körper befummelt,

Versüßt, ich geh ein hier.

Sie hat es gehört.

Die Stimmen die versprachen.

Sie stotterte.

Im Qualm.

Ausgestoßen.

In sie eindringend.

All die Ebenen, die Haut,

Die Gefühlskälte stets,

Sie brachte sich selbst zum Lachen

Damit sie nicht am Leben erstickte

Und sich selbst zu sehr vermisste.

Zwei schlummernde Mädchen” by Egon Schiele (1890-1918)

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: